Verliebt in die deutsche Sprache

Der Schriftsteller Edgar Hilsenrath war Pole, Jude und floh vor den Nazis, erlitt den Holocaust, den er überlebte, emigrierte und kam Jahre später nach Deutschland, um im Land seiner Geliebten zu leben: der deutschen Sprache.
 
"Ich habe mich in sie verliebt, als ich neun war, damals in Polen. Ich wurde von ihr getrennt, aber ich bin ihr treu geblieben, ein Leben lang." In dem noch unpublizierten Roman "Berlin ... Endstation" läßt der Schriftsteller Edgar Hilsenrath (geb. 1926) sein alter ego Joseph Leschinsky von einer Geliebten schwärmen, der deutschen Sprache, zu der er nach den Irrfahrten des Lebens zurückkehren würde.

Hilsenrath, Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie, hat selbst eine Odyssee hinter sich. Emigriert nach Rumänien, deportiert in ein Ghetto in der Ukraine, überlebte er den Holocaust, wanderte nach Palästina aus, ging 1951 in die USA, bis er 1976 nach Berlin kam. Die deutsche Sprache hatte er wie einen Schatz gehütet. Seine ersten Bücher, der Roman "Nacht" und die bitterböse Satire "Der Nazi & der Friseur", erschienen gleichwohl zunächst auf Englisch. Zu viele Tabus verzögerten die Aufnahme in Deutschland.

Inzwischen ist Edgar Hilsenrath ein mehrfach preisgekrönter Autor; sein literarisches Archiv befindet sich in der Berliner Akademie der Künste. Eine Wanderausstellung, die im Archiv-Kabinett des neuen Akademiegebäudes am Pariser Platz 4 beginnt, würdigt einen großen Schriftsteller, der den Katastrophen des letzten Jahrhunderts literarische Gestalt gegeben hat.


Die Odyssee des Edgar Hilsenrath
20.11.2005-15.01.2006

Akademie der Künste
Hanseatenweg 10
10557 Berlin
Tel. 030.200 57 20 00
Di-So 11-20 Uhr




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